Waldbaden

Shinrin Yoku
Waldbaden – mit allen Sinnen!
Eingetaucht! Hü-hüpf!

Liebe Waldbadegäste,

heute tauchen wir ein in die Natur, die Bäume und Deine Fantasie!

Gerne kannst Du das Waldbaden mit Deiner Familie und Deinen Freund*innen ausprobieren. Doch Vorsicht, denn wir spitzen die Sinne und werden ganz wachsam – jede*r für sich.

Hier ein paar Tipps:

🍃 Nimm Dir wirklich Zeit zu erleben.
🍃 Entdecke die Natur um Dich herum mit all Deinen Sinnen.
🍃 Verweile an Orten, die Dir gefallen, an denen Du Dich geborgen fühlst.
🍃 Atme ruhig und tief.
🍃 Entspanne Dich.

Suche einen Ort in der Natur auf, an dem Du Dich wohl fühlst. Am besten mit ein paar Bäumen, die Dir gefallen. Es muss kein Wald sein. Es kann auch ein Park oder eine Wiese in Deiner Nähe sein.

Stelle Dir vor, dass Du nun eine richtige Schwelle übertrittst – eine Schwelle hinein ins Becken des Naturbadens. Das kann ganz langsam und leise mit einem großen Schritt gemacht werden. Hier tauchst Du bewusst mit all Deinen Sinnen in die sichtbare und unsichtbare Natur ein. Achte darauf, dass Du ruhig und gut atmest.

Du musst jetzt nicht viel sprechen oder irgendetwas besonders gut machen. Beobachte und erlebe einfach.

Schließe Deine Augen – Was kannst Du hören? Wie ist die Luft? Die Atmosphäre?
Spürst Du vielleicht, wie Dich die Sonne streichelt und/oder der Wind um Dich saust?
Hörst du Vögel, Autos, Menschen?

Augen auf:
🍃 Was siehst Du?
🍃 Welche Farben und Formen kannst Du um Dich herum wahrnehmen?
🍃 Welche Farbe haben die Bäume? Tragen sie Blätter? Wie sehen sie aus?
🍃 Nimm Licht und Schatten bei den Pflanzen wahr.
🍃 Kannst Du vielleicht ganz besonders spannende Strukturen auf den Rinden wahrnehmen?
Beobachte.

Schnüffel – schnüffel
🍃 Nimm die Gerüche wahr.
🍃 Wie riechen die Bäume, die Erde, die Blätter, das Moos? Aber Vorsicht, tu den Pflanzen nicht weh.

Tasten:
Wie fühlen sich die Bäume an?
Wie der Erdboden?
In Monaten ohne „r“ kannst Du bei schönem Wetter auch versuchen barfuß zu laufen.

Sei wachsam, denn überall warten Überraschungen auf dich!

Spiel: Blinde Waldtaucher*innen
Geht zu zweit zusammen.
Eine Person schließt die Augen. Ihr könnt auch eine Augenbinde benutzen. Die andere Person führt sie an der Hand oder den Schultern vorsichtig durch den Wald, durch Wiesen und behutsam zu besonders spannenden Dingen, die in Ruhe erfühlt und erschnüffelt werden können.
Die Person, die führt, kann die Umgebung beschreiben – auf kleine Unebenheiten am Boden aufmerksam machen – behutsam sein, mit der Person, die nichts sieht.
So kann Vertrauen entstehen. Nach einer Weile wechselt ihr Euch ab.

Eine Fantasiereise: Der blühende Baum – Dein Platz in der Welt

Setze Dich entspannt und aufrecht hin.
Wenn Du auf einem Stuhl sitzt, dann stelle beide Füße flach auf den Boden.
Atme tief ein und aus.

Entspanne Deine Schultern und lasse sie fallen.
Schließe die Augen:

Stelle Dir vor, dass über Dir eine glänzende Sonne ist.
Mit jedem Atemzug holst Du ihre Wärme und Energie durch Deinen Kopf in Dein Herz.
Beim Ausatmen lässt Du das goldene Licht am Ende Deiner Wirbelsäule wie Wurzeln in die Erde austreten. Es entsteht ein riesengroßes Wurzelwerk. Mit jedem Ausatmen wächst die Wurzel weiter in den Erdboden hinein. Durch die Erde, an Steinen und Wasseradern vorbei. Immer tiefer und tiefer.
Mit jedem Einatmen kommt Sonnenlicht in Dein Herz und mit jedem Ausatmen strömt es in die Wurzel.

Spüre wie Deine Wurzeln tief und fest in der Welt verankert sind! 

An der Spitze der Wurzel fühlst Du plötzlich etwas sehr Warmes – den Erdkern. Ja, so weit sind Deine Wurzeln schon vorgedrungen! Spüre, wie die Wurzeln warm werden. Und nun ziehe diese wohlige Wärme mit jedem Einatmen durch Deine Wurzeln über Deine Wirbelsäule in Dein Herz. Mit jedem Ausatmen lasse die Wärme aus Deinem Herz ausströmen und oben durch Deinen Kopf hinaus fließen – wie eine große blühende Baumkrone.

Du bist wie ein großer schöner, starker und wundervoller Baum.

Aus den Wurzeln tritt Wärme, Licht und Kraft in Dich ein und strömt durch Deinen Kopf wieder hinaus. Stelle Dir vor, wie aus Deinem Kopf heraus kräftige und gesunde Äste wachsen, die sich in den Himmel strecken und ein dichtes Blätterwerk mit wundervolle Blüten bilden. Du darfst wachsen und wachsen!

Strecke und recke dich!

Ich ging im Walde so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn. - Johann Wolfgang Goethe

Ein Beitrag von Isabelle Zahradnyik für PA/SPIELkultur e.V.

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Dieses Werk von PA/SPIELkultur e.V. ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz
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