Wecke den Esel in Dir

 

Liebes GlĂŒckskind,

Kennst Du das? Nein sagen ist manchmal gar nicht so leicht. Warum das so ist, schauen wir uns heute genauer an. DarĂŒber hinaus erhĂ€ltst Du wichtige Tipps, wie Du die Eselsuperkraft in Dir aktivieren kannst.

Brando ein erfahrener Esel teilt seine Gedanken und gibt uns Tipps zum Thema: Sei Dir selber treu

Foto von Jacques Bopp auf unsplash.com

 

 

Esel werden oft als besonders störrisch bezeichnet, doch eigentlich haben die Tiere eine wundersame Kraft, nÀmlich sich selber treu zu sein und darauf zu achten, dass es ihnen gut geht.


Denn, nur, wenn es ihnen gut geht, können sie auch anderen helfen. So ist das auch mit Dir!

Nur ein klares „Nein“, bedeutet auch ein klares „Ja“.

Tipp 1: Wir gehen mit dem erfahrenen Esel Brando auf die Entdeckungsreise und ĂŒberlegen, warum es uns so schwerfĂ€llt, eine Bitte abzulehnen?

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Foto von Daniel Fazio auf unsplash.com

Oft haben wir nĂ€mlich Angst davor, abgelehnt oder nicht mehr gemocht zu werden. Das ist eine Angst, die fast alle Menschen und Esel haben. Hast Du schon mal die Erfahrung gemacht, dass Dich jemand nur mag, wenn Du ihm oder ihr nĂŒtzlich bist? Überlege Dir, dass Du nicht von jemandem gemocht werden musst, der Dich nicht mag, nur, weil Du nicht alles tust, was er oder sie von dir will.

Angst vor Streit oder Zwistigkeiten
Nicht alle reagieren fröhlich, wenn Du ihnen eine Bitte ausschlĂ€gst. Dadurch kann es zu Streit kommen. Überlege Dir, was wirklich zĂ€hlt. Es gibt tatsĂ€chlich Situationen, in denen es besser ist, „ja“ zu sagen. Aber diese Situationen sind meist sehr viel seltener, als Du vielleicht meinst. Bleibe wachsam, wann ist es gut, Dir selber treu zu bleiben, auch wenn Du dabei auf UnverstĂ€ndnis stĂ¶ĂŸt. Du bist kein schlechter Mensch, wenn Du auch einmal „nein“ sagst. Und vergiss dabei nicht, nicht alle mĂŒssen Dich immer verstehen. Es ist auch okay, wenn es einmal Spannungen gibt. Diese gehören zum Leben mit dazu und Du kannst lernen, Dich und Deine BedĂŒrfnisse auszudrĂŒcken.
 
Angst davor, dass andere schlecht ĂŒber Dich denken.
Denk daran, Du weißt selbst am besten, was Du fĂŒr andere tust. Manchmal wirft einem jemand vor, dass wir nur an uns denken, wenn wir nicht sofort machen, worum uns andere bitten. Aber das stimmt nicht.
Wenn Du in diesem Moment gut fĂŒr Dich sorgst und merkst, dass es fĂŒr Dich nicht stimmig ist, fĂŒr andere in dem Moment etwas zu erledigen, dann höre auf Deine Stimme. Niemand kann in Dich hineinsehen. Du weißt selbst am besten, was fĂŒr Dich gut ist. Höre Dir selber zu. Wenn Du unsicher bist, kannst Du eine Person fragen, die Dich gut kennt und Dich mag. Lerne, Dir zu vertrauen.

Das GefĂŒhl gebraucht zu werden
. Das ist uns oft gar nicht so klar, also unbewusst und nicht leicht zu durchschauen. Anderen zu helfen, tut uns oft sehr gut. Pass aber auf, dass Du eine gute Balance dafĂŒr findest, wann Du Sachen fĂŒr andere machst und wann fĂŒr Dich. Denn auf lange Frist verlierst Du dann ganz viel Kraft und Energie, wenn du Dich mehr um andere, als um Dich selbst kĂŒmmerst. Und nur, wenn es Dir selber langfristig gut geht, kannst Du anderen wirklich helfen! Das ist ganz wichtig.

Es gibt noch viele, viele andere GrĂŒnde. Überlege selbst, was hindert Dich daran „nein“ zu sagen? Vielleicht aus Angst, etwas zu verpassen? Oder weil Du es so magst, von anderen Anerkennung zu bekommen?

 

 

 

 

SchĂ€tze Dich selbst fĂŒr die Person, die Du bist!

 

Jetzt sind wir ein bisschen in all die möglichen GrĂŒnde eingetaucht, warum es uns so schwerfĂ€llt, „nein“ zu sagen. Ganzschön spannend, was?

Hier nun einige Tipps, wie Du die Eselsuperkraft in Dir wecken kannst.

Tipp 2: Du kannst um Bedenkzeit bitten
Wenn Dich jemand etwas fragt oder bittet, musst Du nicht unmittelbar eine Antwort geben. Du kannst beispielsweise sagen: „Danke, dass Du dabei an mich denkst, ich gebe Dir in 10 Minuten/morgen/spĂ€ter eine Antwort auf Deine Frage.“ 

Oft fĂŒhlen wir uns nĂ€mlich ĂŒberrumpelt und sagen zu schnell „ja“ und dann bringen wir uns in eine Situation, in der wir Dinge erledigen und Zeit mit etwas verbringen, die uns ĂŒberhaupt keinen Spaß machen. Dann Ă€rgern wir uns
.

Bevor Du antwortest, ĂŒberlege fĂŒr Dich:

  • Was genau soll ich tun? Einen Gefallen, eine Bitte, eine Arbeit?
  • Möchte ich das tun
  • Wieviel Zeit und Kraft habe ich gerade?
  • Wieviel Zeit und Kraft wende ich auf, um dieser Bitte nachzugehen?
  • Was kann ich evtl. nicht tun, wenn ich „ja“ sage?
  • Wer ist die Person, die mich fragt? Was bedeutet sie mir?
  • Was könnte passieren, wenn ich nein sage?

(Zum Beispiel ist es vielleicht nicht so klug, wenn Du Dich gegen Deine Lehrkraft stellst, sodass Du vielleicht von der Schule fÀllst etc
)

All diese Fragen helfen Dir, die Situation klar einschÀtzen zu können.

Foto von Jens Lelie auf unsplash.com

Tipp 3: Lerne Dein „Nein“ freundlich und sanft auszudrĂŒcken


Sei klar in Deiner Entscheidung und begrĂŒnde weswegen Du nicht möchtest oder kannst.
DrĂŒcke Dein „Nein“ so aus, dass Du selber und andere verstehen können, weswegen Du „nein“ sagst. So versteht auch die andere Person, dass sich Dein „nein“ nicht gegen sie richtet, sondern einen Grund hat.

Hier einige Beispiele: „Ich möchte Dir gerade kein StĂŒck von meinem Pausenbrot abgeben, weil ich gerade selbst sehr hungrig bin und noch nicht gefrĂŒhstĂŒckt habe.“
„Gerade möchte ich lieber malen und deswegen spiele ich jetzt nicht mit Dir.“

MitgefĂŒhl zeigen wie beispielsweise: „Es tut mir leid, dass Du gerade so ĂŒberfordert bist, aber ich kann Dir momentan leider trotzdem nicht helfen“

Tipp 4: Versetze Dich in die Situation. Wie gehst Du damit um, wenn Dir jemand eine Bitte ausschlĂ€gt? Bist Du enttĂ€uscht, wĂŒtend, neutral oder verstĂ€ndnisvoll?

Bist Du froh darĂŒber, dass Dir jemand ehrlich antwortet oder willst Du lieber erreichen, dass Dir Dein GegenĂŒber die Bitte erfĂŒllt? Was meinst Du, was ist langfristig mehr wert gerade in Freundschaften und bei Menschen, die Du sehr gerne hast?

Gehe auf Entdeckungsreise. Dein Alltag ist das Forschungsfeld!

Erinnere Dich wĂ€hrend Deines Alltags an die Kraft des Esels. WĂ€hrend andere Tiere und Menschen bei Stress davonrennen, behĂ€lt er einen kĂŒhlen Kopf, atmet dreimal tief durch und wĂ€gt in Ruhe ab.
Das ist eine besondere Form von Klugheit.


Atme tief durch und sammle Deine Kraft!

Wenn Du möchtest, kannst Du Dir kleine Eselzeichnungen und Stichpunkt auf Post-its schreiben, um Dich regelmĂ€ĂŸig an Deine Eselsuperkraft zu erinnern!

Wecke den Esel in Dir!

Foto von Ansgar Scheffold auf unsplash.com

Damit das GlĂŒck weiter geteilt wird, schreibt uns doch gern Eure Erfahrungen mit den GlĂŒcks-Aktionen: Was funktioniert besonders gut, mit wem macht Ihr die Übungen etc.? Wir freuen uns auch ĂŒber Anregungen und Ideen oder Fotos von Euren Ergebnissen: glueck@spielkultur.de

Hier findest Du weitere Esel-Weisheiten und andere Tipps, wie Du Dich stÀrken und auf Dich achten kannst:

Ein Beitrag von Isabelle Zahradnyik fĂŒr PA/SPIELkultur e.V.

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